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	<title>Briefe &#8211; Hoffmann von Fallersleben</title>
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	<description>Leben und Werk</description>
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		<title>Das Hambacher Fest wird nicht erwähnt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Webmaster Fasia Film]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 1831 19:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>6.5.1831, Breslau, an Meusebach in Berlin &#8222;Ich habe in Wahrheit viel gelitten, Sie wissen mehr als mancher davon, aber niemand weiß es recht, was ich gelitten habe. Die letzten beiden Jahre besonders war ich mehr tot als lebendig. Es folgte eine Zeit, eine lange Zeit, wo ich nur noch eine Sehnsucht, einen Wunsch hegte &#8211; ... <a title="Das Hambacher Fest wird nicht erwähnt" class="read-more" href="https://von-fallersleben.de/das-hambacher-fest-wird-nicht-erwaehnt/" aria-label="Mehr Informationen über Das Hambacher Fest wird nicht erwähnt"> =&#62;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="padding-left: 40px;"><strong>6.5.1831, Breslau, an Meusebach in Berlin</strong></h2>
<p style="padding-left: 40px;">&bdquo;Ich habe in Wahrheit viel gelitten, Sie wissen mehr als mancher davon, aber niemand wei&szlig; es recht, was ich gelitten habe. Die letzten beiden Jahre besonders war ich mehr tot als lebendig. Es folgte eine Zeit, eine lange Zeit, wo ich nur noch eine Sehnsucht, einen Wunsch hegte &ndash; zu sterben. Der Himmel hat es anders gewollt. Gerade wo mir das Gl&uuml;ck am fernsten schien, trat es mir recht unter die Augen. ..ich bin wieder etwas geworden &ndash; Br&auml;utigam, und meine Braut ist Davida von Th&uuml;men, die j&uuml;ngste Tochter der Generalin von Th&uuml;men zu Potsdam. (Briefe, S. 69)&ldquo;</p>
<p>Hoffmann wird zum Mitdirektor der Kunst- und Altert&uuml;mersammlung der Universit&auml;t zu Breslau ernannt, was ihm wenig bedeutet. Gegenst&auml;nde aus der Fr&uuml;hzeit haben ihm zu wenig Bezug zur Gegenwart. Au&szlig;erdem ist jener Kunst- und Altertumsforscher , der Mitglied der &bdquo;Vaterl&auml;ndischen&ldquo; ist, sein Gegner.</p>
<h2>1832 &ndash; Das Hambacher Fest</h2>
<p>Auf dem Hambacher Schlo&szlig; in der Rheinpfalz versammeln sich 30 000 Menschen, die das Ende der F&uuml;rstentyrannei und damit die staatliche Einigung Deutschlands zu einer Republik fordern. Die Redner werden von der bayerischen Regierung verhaftet. Der Bundestag verfa&szlig;t auf Betreiben Metternichs 6 Artikel, unter anderem werden politische Vereine und Reden verboten. Am 3. April 1833 st&uuml;rmen Handwerksgesellen und Burschenschafter die Frankfurter Hauptwache. Hoffmann erw&auml;hnt dieses, wie andere bedeutende politische Ereignisse dieser Jahre, in seiner 1860 verfassten Autobiographie mit keinem Wort!</p>
<h2 style="padding-left: 40px;"><strong>9.4.1833, Breslau, an Johannes Schulze in Berlin</strong></h2>
<p style="padding-left: 40px;">&bdquo;Die Familie von Winterfeld, bei welcher meine Braut hier gelebt hatte und nun auch wieder in Berlin lebte, suchte alles anzuwenden, die Erf&uuml;llung meiner W&uuml;nsche zu hintertreiben. Man deutete darauf hin, meine Braut sei jetzt krank, ich h&auml;tte jetzt auch nicht Einkommen genug, sagte mir aber nie ehrlich und offen, da&szlig; deshalb nur meine Heirat verz&ouml;gert werde.</p>
<p style="padding-left: 40px;">&Uuml;brigens kannte mich die Familie Winterfeld sehr genau und bereits seit dem Jahre 1823; sie wu&szlig;te, da&szlig; ich f&uuml;r mein Kustodiat 360 Tlr. und f&uuml;r meine Professur 200 Tlr. j&auml;hrliches Einkommen hatte, und sie mu&szlig;te vorher wissen, was sich billiger Weise dereinst vom Staate f&uuml;r mich erwarten lie&szlig;. &ndash; Frau von Winterfeld hatte sich m&uuml;ndlich gegen eine hiesige Freundin ge&auml;u&szlig;ert: ehe ich nicht wenigstens 14 oder 1500 Taler Gehalt h&auml;tte, k&ouml;nne aus meiner Verbindung nichts werden&hellip; Leider musste ich zuletzt noch die &Uuml;berzeugung gewinnen, da&szlig; meine Braut die Ihrigen mehr liebte als mich und willenlos, wie sie es von Jugend auf aus z&auml;rtlicher R&uuml;cksicht gegen jene gewohnt war, jetzt ein Verh&auml;ltnis zerst&ouml;ren half, wenn ich statt Freude nur Vorw&uuml;rfe und Verdruss einerntete, alle Lust an literarischer T&auml;tigkeit verlor und den letzten Rest angeerbter Heiterkeit einb&uuml;&szlig;te.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Jetzt habe ich Ruhe und Frieden wiedergewonnen. Ich habe keine Anspr&uuml;che dieser Art mehr an die Welt; ich geh&ouml;re ganz der Kunst und Wissenschaft und suche nichts f&uuml;r mich, nur f&uuml;r jene habe ich Hoffnungen, W&uuml;nsche und Bitten.&ldquo; (Briefe, S.70)</p>
<p style="padding-left: 40px;"><strong>14.9.1833, Breslau, an Leocadia von Nimptsch<br>
auf J&auml;schkowitz bei Breslau<br>
</strong><br>
&bdquo;Jugend ! ich kenne auch den Zauber, der in diesem Worte liegt, und doch wie wenig bin ich der Tage froh geworden, die man Jugend nennt ! Meine Jugend war ein Kampf gegen Not und Kummer, ein Streit mit dem Ererbten und Aufgedrungenen in Kunst und Sitte, eine Notwehr gegen die Feinde meiner Ruhe, meiner Heiterkeit, meines wissenschaftlichen Strebens, gegen die Neider des bisschen Gl&uuml;ckes, was mir der Himmel lie&szlig; und gab&hellip; Jetzt habe ich Friede geschlossen, aber ich habe keine Jugend mehr und will keine mehr haben, weil ich keine Hoffnung mehr haben will; nur in diesem Gedanken, der Ihnen f&uuml;rchterlich klingt, geht mir ein neues, reiches Leben auf, und ich k&uuml;mmere mich wenig darum, ob es die Welt Jugend nennt oder nicht, bin ich doch j&uuml;nger dabei als ich einst war.&ldquo; (Briefe, S. 72)</p>
<h2 style="text-align: left; padding-left: 40px;" align="center"><strong>12.1.1834, Breslau, an Karl Milde in Breslau</strong></h2>
<p style="text-align: left; padding-left: 40px;" align="center"><em>Ja, Schicksal, ich versteh dich !<br>
Mein Gl&uuml;ck ist nicht von dieser Welt &ndash;<br>
</em><br>
&bdquo;Wenn ich auch nur einen Augenblick den Gedanken fassen k&ouml;nnte: Du bist eine Egoist ! so w&auml;re dieser Augenblick gen&uuml;gend, mich selbst zu vernichten. Aber ich bin mir des ernstlichen Strebens bewusst, nur f&uuml;r andere zu leben und zu wirken, nur insofern etwas zu sein, als ich jenes verfolge und erreiche. Die Frucht dieses Strebens ist meine Vaterlandsliebe und meine Poesie&hellip; Je weniger mir die &auml;u&szlig;ere Welt gen&uuml;gt, je mehr lebe ich nach innen&hellip; Du willst gern mein Arzt sein, aber kennst mein Krankheit nicht. Wenn es Geiz ist, da&szlig; ich seit 1823 alle alten Schulden bezahlt und mir eine Bibliothek gesammelt, etwa 200 Tlr. zu einer Reise gespart, vielerlei Geschenke gemacht, mancherlei unterst&uuml;tzt, und jetzt im Augenblicke, wenn ich die letzten Rechnungen bezahlen will, f&uuml;r 3 Monate (Januar, Februar, M&auml;rz 1834) keine Pfennig Geld, kein ganzes Hemde, keinen heilen Strumpf mehr habe &ndash; nun, wenn das Geiz ist &ndash;</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 40px;" align="center">Wenn ich heute nicht komme, vergib mir. In meiner traurigen Stimmung m&ouml;chte ich weder Dir noch den Deinigen sonderlich willkommen sein. (Briefe, S. 73f)</p>
<p style="text-align: left;" align="center">Hoffmann begibt sich wieder auf Reisen, Prag ist die erste Station, hier entdeckt er ein bisher unbekanntes deutsches Gedicht aus dem 11. Jahrhundert und ver&ouml;ffentlicht es an Ort und Stelle. Weiter geht es nach Wien. In &Ouml;sterreich findet er die &auml;lteste &Uuml;bersetzung des Math&auml;us-Evangeliums. N&auml;chste Station ist M&uuml;nchen. Dort begegnet er dem Hofbibliothekar und Germanisten Schmeller, au&szlig;erdem den Germanisten und Mitbegr&uuml;nder der Turnbewegung Ma&szlig;mann. Beide sch&auml;tzt er als aufrechte, ehrenwerte M&auml;nner &bdquo;echtdeutschen edlen&ldquo; Charakters ein. Ingrid Heinrich-Jost weist darauf hin, da&szlig; beide nach heutigen Ma&szlig;st&auml;ben rechts einzustufen sind. Ma&szlig;mann war &uuml;brigens Zielscheibe des Spottes von Heinrich Heine.</p>
<p style="text-align: left;" align="center">Weiter begegnete er Justinus Kerner, Gustav Schwab, Protagonisten der &bdquo;Schw&auml;bischen Dichterschule&ldquo;, vom &bdquo;Jungen Deutschland&ldquo; bel&auml;chelt bis beschimpft. Vor allem freute er sich, aber Ludwig Uhland zu treffen. Dieser war als Jurist Mitglied des oppositionellen Landtags f&uuml;r Th&uuml;ringen (1831) in Baden-W&uuml;rttemberg und 1848/49 im Frankfurter Parlament als Abgeordneter.</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 40px;" align="center">&bdquo;Mein Reisezweck war erf&uuml;llt: ich hatte ihn kennen gelernt, den Mann, den ich als Dichter und Gelehrten schon lange liebte und verehrte, und war hocherfreut, da&szlig; derselbe Mann, was er gewesen, geblieben war, ein standhafter Vork&auml;mpfer f&uuml;r die freie Entwicklung des deutschen Staatslebens.&ldquo;</p>
<p style="text-align: left;" align="center">Au&szlig;erdem traf Hoffmann Fanny Lewald, eine der Musen des liberalen Jungen Deutschland. Hier ist Hoffmann eher noch konservativ, in der Art, wie er es sp&auml;ter wieder wird. B&uuml;ndnisse suchend auch im rechten Lager f&uuml;r das &bdquo;Vaterland&ldquo;</p>
<p style="text-align: left;" align="center">Der deutsche Zollverein wird auf Druck des B&uuml;rgertums gegr&uuml;ndet, besonders im Rheinland , wo sich noch franz&ouml;sische Einfl&uuml;sse positiv f&uuml;r den Handel bemerkbar machen, floriert die Wirtschaft. Die rheinischen Industriellen und Bankiers Hansemann, Camphausen und Mevissen fordern die Einberufung eines gesamtdeutschen Parlaments, Festigung und Erweiterung des Zollvereins, Aufhebung aller Privilegien des Adels, Versammlungs- und Pressefreiheit.</p>
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